Die Zauberflöte am CPG

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Ingrid Storz-Popp (Regie)


Es begann alles, als ich fünf Jahre alt war und mich meine Eltern in Ermangelung eines Babysitters in eine Nachmittagsvorstellung von „Land des Lächelns“ mitnahmen. Sie ahnten nicht, was für Folgen das haben sollte. Danach war es nämlich klar für mich, dass ich singen, tanzen und spielen lernen wollte, wie diese Leute, die mich da verzaubert hatten.

Erschwerend kam hinzu, dass es da in unserer Familie ein „schwarzes Schaf“ gab, von dessen Existenz ich erst erfuhr, als ich vierzehn Jahre alt war. Es handelte sich dabei um einen meiner Großonkel. Er hatte sein ganzes Leben als Clown in einem Zirkus gearbeitet und wurde einfach totgeschwiegen, weil so etwas damals als „Schande“ angesehen wurde. Das einzige Treffen, das wir miteinander hatten (er war damals über achtzig Jahre alt und eine unbeschreiblich starke und schillernde Persönlichkeit), hat mich in meinem Wunsch, Schauspielerin zu werden, nur noch bestärkt. Als mein Vater davon erfuhr, brach er in einen beachtlichen und wahrhaft dramatischen Wutanfall aus, weil jetzt „noch einer zum Zirkus wollte!“ Später hat er sich dann allerdings keine meiner Vorstellungen entgehen lassen.

Während der mehr als 30 Jahre, die ich mit Begeisterung Theater gespielt habe (u. a. am Staatstheater Oldenburg, am Theater der Hansestadt Bremen, an der Schaubühne in Berlin und am Residenztheater München) war ich der festen Überzeugung, nie etwas anderes zu machen und bis zum Ende meines Lebens dieser Leidenschaft zu frönen. Erstaunlicherweise tauchte aber eines Tages die Idee auf, es müsste unbedingt etwas Neues, Aufregendes angefangen werden. Aus heiterem Himmel kam die Gelegenheit: Wir zogen für sechs Jahre nach Boston, Massachusetts. Dort wurde am Salem State College Regie als Studienfach angeboten. Ich schrieb mich sofort ein, und die vier Jahre in einem überaus lebendigen Theater Department wurden ein einziges Fest für mich. Als Abschlussprojekte dieses BA-Studiums schrieb ich mein Stück „Gnadentod“ und inszenierte u. a. mit den Schauspiel-Studenten „Fräulein Julie“ und „Antigone“.

Nach unserer Rückkehr nach Bayern arbeitete ich eineinhalb Jahre als Dozentin an der Athanor Akademie für darstellende Kunst in Burghausen. Mit der Aufführung von „Gnadentod“ begann meine Arbeit am CPG. Inzwischen reizt es mich tatsächlich mehr, die Erfahrungen meiner Theaterarbeit an begabte, interessierte junge Menschen weiterzugeben, als selbst zu spielen. Wenn es nämlich hier gelingt, normale Schüler in Schauspieler zu verwandeln, die mit ihrem Körper, ihrer Stimme, durch Ehrlichkeit und Direktheit, eine Figur mit menschlichen Zügen darzustellen vermögen, wenn sie, als Nebenprodukt dieser Studien, auch über sich selbst dies und jenes erfahren, dann ist diese Arbeit für die Schüler und für mich gleichermaßen immer wieder eine wunderbare, spannende und sehr beglückende Erfahrung.

Dieses Jahr haben wir uns vorgenommen, möglichst viele Mitglieder der Schulfamilie in unser Projekt „Die Zauberflöte oder Wo bleibt die Schlange“ einzubinden, als da sind: Frau Swandulla mit dem Opernensemble und dem Lehrerchor, Herrn Schmitt mit dem Kammerorchester und mein Grundkurs Dramatisches Gestalten. Ich bin mächtig gespannt, was wir mit einer solchen Gemeinschaftsproduktion zustande bringen können!

 

 


Betätigungsfeld: 

  • Text
  • Regie
  • Arrangement
  • Schauspieler-Ausbildung
  • Projektleitung

 

 


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