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Die Königin der Nacht – Gedanken und Assoziationen

von Martina Swandulla
„Die sternflammende Königin“
Hoch am Firmament
Sterne sprühen aus ihren Händen,
heilend und energetisierend.
Flammen umlodern ihr Haupt,
hell leuchtend, ideengebärend.
„Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen.“
Die mächtige Königin zeigt sich.
Alle Boshaftigkeit der Hölle taucht auf:
Wut, Zorn, Hass und Rachegelüste.
Das Herz einer Mutter bricht auf:
nährend, sorgend, gramvoll, ängstlich.
„Tod und Verzweiflung flammen um mich her.“
Ein Mensch kommt an seine Grenzen.
Die Leben spendende Mutter wird blass.
Enge, eingeklemmt zwischen Zwängen.
Ihr Atemraum wird ihr genommen.
Ausweglosigkeit, Verzweiflung und Wut.
„Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen.“
Der Todfeind taucht auf. Ein Mann.
Wer ist dieser Sarastro?
Gegenspieler, Machtlüsterner, Allwissender.
Mann – Frau. Tag – Nacht. Licht – Dunkel.
Der Patriarch fordert die Muttergöttin heraus.
"So bist du meine Tochter nimmer mehr.“
Pamina, das einzige Kind.
Wie war sie so lieblich als kleines Mädchen.
Das ein und alles ihrer Mutter.
Wie kann es sein, dass sie sich nun trennen?
Das Mädchen wurde zur Frau und geht zum Mann.
„Verstoßen sein auf ewig, verlassen und zertrümmert
alle Bande der Natur.“
Wutentbrannt stößt sie die Tochter von sich.
Sie entlässt sie in das Leben.
Die Königin ist die Zerstörerin:
Erinnye, Kali und Furie.
„Wenn nicht durch dich Sarastro wird erblassen.“
Die Notlösung. Den Feind vernichten.
Die eigne Tochter soll es tun?
Die Königin geht weiter in die Isolation.
Sie glaubt sich durch den Mord zu befreien.
Der Feind in ihrem Inneren bleibt am Leben
„Hört, hört, hört, Rachegötter! Hört der Mutter Schwur!“
Sie ist allein. Sie ist einsam.
Keiner hört ihren Hilferuf. Niemand hört sie schreien.
Selbst die Götter, ihrem eignen Verstand entsprungen, lassen sie im Stich.
Ende der Königinnenzeit. Ende der Muttergöttinnen. Ende der Frauenherrschaft.
Hinabsinken in das Reich des Todes. 
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