Die Zauberflöte am CPG

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Einer, der dem Volk gefällt

Ein Beitrag aus dem Geschichtsunterricht
von Sebastian Mayr, Annika Schramm und Thomas W.

 

In jeder Oper gibt es eine Identifikationsfigur des Volkes – doch wer ist es in der Zauberflöte? Eine Figur, deren Handlungen für das einfache Volk leicht zu verstehen und nachvollziehbar sind. Ist das Papageno oder doch eher Tamino?

Die Figur des Tamino entspringt dem Bild des typischen Helden, beim genaueren Hinsehen aber ist er jedoch kein wahrer Held. Vielmehr ist er ein selbstherrlicher und eitler, dennoch hilfloser und unselbstständiger junger Adeliger, der sich hinter seinem Stand versteckt. Weil er keinerlei normale Beziehungen kennt, sondern aus einem auf Hierarchie basierenden System stammt, ist er egoistisch und wenig verständnisvoll. Man könnte gar sagen, er ist sozial inkompetent. Auch dass er sich in Pamina verliebt, ohne mehr als ein Bild von ihr gesehen zu haben, zeugt davon, dass er wenig Erfahrung im Umgang mit Menschen hat.

Papageno dagegen hat seinen Ursprung im Hanswurst des Wiener Volkstheaters bzw. im Arlecchino der Commedia dell' Arte. Er ist auf die schönen Seiten des Lebens bedacht, also ein Genussmensch. Der fröhliche Papageno zeichnet sich durch Unbeschwertheit und Bequemlichkeit aus. Er ist ein einfach gestrickter, aber ehrlicher und netter Mensch. Allerdings ist er ebenso wenig wie Tamino tapfer oder besonders geschickt.

Letztlich ist auch Papageno keine vollständige Identifikationsfigur, aber immer noch viel eher, als Tamino es ist.


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