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Bühnenbild und Kostüme

Gedanken zur Erscheinung des Stückes von Birgit Powell
„Die Zauberflöte oder Wo bleibt die Schlange?“ ist ein Stück mit rasch wechselnden Handlungsebenen, etwas Verwobenes. Ein Stück aus ungleichen Gruppenbildern, eine Collage, die Szenen folgen rasch – fast wie beim Film, ein Patchwork. Es sind Fetzen einer Unterhaltung der Unteren, derer, die immer im Dunklen stehen, die man eigentlich nicht sieht, denen geht nicht nur ein Licht auf. Andere Beobachtungen geben den Blick frei in die Gedankenwelt der „Macher“, der Theatermenschen, die sich auf der Bühne auf und ab bewegen, die sich ausprobieren für das Rampenlicht. Dazwischen erscheinen die Sänger und Sängerinnen, die den Raum mit wunderbaren und alltagsfernen Klängen erfüllen, wie das Licht die Atmosphäre durchdringt.
Begleitet werden ihre Stimmen von den Instrumenten aus dem Hintergrund, die Orchesterklänge schaffen die farbige Silhouette. Die Arbeit auf der Bühne verbindet diese so verschiedenen Menschen, die Ausschnitte der Handlungen finden hier zum Ganzen zusammen, verspinnen und verweben sich zu der Geschichte. Die Szenen entfliehen aus der Oper und ihrer möglichen Entstehungsgeschichte, sie sind aus diesem anderen Zusammenhang herausgebrochen.
Die Bühnenbegrenzung muss durchlässig, fast transparent sein, damit auch diese Ebenen den Raum durchdringen können. Die Bühne ist Boden und Rahmen für die Handlungen, ein Umbau ist nicht angebracht, wäre in diesem Stück falsch. Das Licht übernimmt deshalb die Funktion des Umbaus: Die verschiedenen Ebenen werden farbig und atmosphärisch beleuchtet. Die Formen sind abstrakt, können wie das Gewirr von Zweigen und Blättern im Garten sein, das psychische Drama der Theaterleute oder die märchenhaft verwobene Welt der Oper. Den Hintergrund, den Abschluss des Raumes bildet nur scheinbar ein Tuch, denn dahinter befindet sich das Orchester, das im Schatten spielt und im Tuch sichtbar wird, wie seine Klänge unsichtbar die Membrane unserer Ohren in Schwingungen versetzen. 
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