Die Zauberflöte am CPG

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Ist die Zauberflöte frauenfeindlich?

Ein Beitrag aus dem Geschichtsunterricht
von Birgit Egle, Domenica Herrmann, Nurin Khalil und Laura Wagner

 

In Mozarts "Zauberflöte" wird die Frau – so scheint es jedenfalls auf den ersten Blick – in ein ziemlich schlechtes Licht gerückt. Diese Frauenfeinlichkeit wird vor allem von Sarastro und seiner Priesterschar zum Ausdruck gebracht. So wettern diese Männer gegen die schlechten Eigenschaften, die Frauen angeblich haben ("Ein Weib tut wenig, plaudert viel.") und sind auch der Ansicht, dass Frauen ausdrücklich von allem Höheren und Geistigen ausgeschlossen bleiben müssen, weil sie nur blenden und betrügen: "Bewahret euch vor Weibertücken, das ist des Bundes erste Pflicht."

Woher kommen solche Vorstellungen?

Es ist charakteristisch für die abendländische Kultur, dass die Triebwelt und das Unbewusste mit dem Weiblichen und der Symbolik der Nacht in Verbindung gebracht und abgewertet wurden. Frauen galten als abergläubisch und paktierten manchmal sogar mit dem Teufel. Man denke nur an die Hexenverfolgungen, die bis ins 18. Jahrhundert dauerten! Die Aufklärer und somit auch die Freimaurer wählten sich die Sonne zum Symbol und damit auch das männliche Prinzip. Von Frauenemanzipation noch keine Spur, und das, obwohl während der Aufklärung ja der Gleichheitsgedanke aufgekommen war! Ganz so einfach ist die Sache aber nun doch nicht, was man auch an der "Zauberflöte" sehen kann.

Die Königin der Nacht ist nämlich offensichtlich eine mächtige Frau, die sich von den Männern nicht einfach den Sonnenkreis nehmen lassen will und außerdem hat sie auch ein durchaus mütterliches Herz. Die drei Damen, ihre Gesandten, sind auch nicht ganz ohne, da sie in der Lage sind eine ziemlich große Schlange zu töten. Auf der anderen Seite verkörpert Sarastro nicht nur das Gute. Er hält sich Sklaven, demonstriert gerne seine Macht und hat Pamina aus egoistischen Gründen geraubt. Nach ihrem Fluchtversuch gibt er ihr zu verstehen: "Zur Liebe will ich dich nicht zwingen, doch geb ich dir die Freiheit nicht. " – Das zeugt nicht gerade von edler Gesinnung.

Man sieht also: Eindeutig beantworten lässt sich auch die Frage nach der Frauenfeindlichkeit der "Zauberflöte" nicht. Wie bei vielen anderen Fragen, die diese Oper aufwirft, ist der Zuschauer aufgefordert, sich seine eigenen Gedanken zu machen.


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